Mittwoch, 18.05.2022 04:40 Uhr

Gedanken zu Arthur Rimbaud

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 10.01.2022, 07:15 Uhr
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Wien [ENA] In seinem Gedicht "Sonne und Fleisch" schrieb der französische Lyriker Arthur Rimbaud (1854-1891) "...Ich sehn mich nach den Zeiten der antiken Jugend, Der lüsternen Satyrn, des Sinnenwilden Faun, ...Ich glaub an dich! Ich glaub an dich! O Aphrodite" Es war dieses wilde Sehnen, die Suche nach alten und doch neuen Göttern und Göttinnen, die den Schleier seiner bürgerlichen Behaglichkeit zerriss.

Und jahrhundertealte politische Traditionen und Ordnungen auseinanderbrechen ließ und nach mehr Geist, mehr Raum, mehr alles stürmisch und gebieterisch verlangte. Es sollte die Moderne sein, mit ihren politischen Revolutionen, ihrer atemberaubenden Technik und ihren Massenvernichtungswaffen, welche das unbändige Sehnen, Wollen und Fühlen zu befriedigen suchte. Schon 1871, also gerade 17jährig, entwirft der begabte Gymnasiast Arthur Rimbaud in einem Brief an seinen jungen Lehrer Izambard eine eigene Poetik, in der er sich als Medium und Seher der Dichtkunst beschreibt und als Erfüller eines höheren Auftrags. Die dichterische Ekstase sollte ihn in unbekannte Regionen der Phantasie und der Erkenntnis vorstossen lassen.

Gleichzeitig löst er sich von der Lyrik der Vergangenheit und lässt nur noch Victor Hugo, Baudelaire und Verlaine gelten. Mit Paul Verlaine sollte ihn bald eine bewegte und leidenschaftliche Freundschaft verbinden, die ihn aber schon als 18jährigen in eine tiefe Krise stürzte und die er in seinem Gedichtszyklus "Eine Zeit in der Hölle" und der "Höllengemahl" zu verarbeiten suchte. Weit hat dieser junge und ungestüme Rimbaud die Türen der Dichtkunst aufgerissen und Platz gemacht für neue künstlerische Strömungen wie dem Symbolismus, Surrealismus oder dem Expressionismus und damit der Moderne zu ungeahnten Ausdrucksformen verholfen, in der sich neue und aufregende Kunstgattungen entfalten konnten.

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