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Mission Cosmic-Kiss: Deutscher vor erstem Flug ins All

Verantwortlicher Autor: Dennis Deis / DLR Köln, 09.09.2021, 19:25 Uhr
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Köln [ENA] Der Weltraum erwartet den nächsten Deutschen - Ende Oktober 2021 soll ESA-Astronaut Matthias Maurer gemeinsam mit den NASA-Astronauten Raja Chari, Thomas H. Marshburn und Kayla Baron an Bord einer Dragon-Raumkapsel des amerikanischem Raumfahrtunternehmens SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS starten. Maurer soll rund sechs Monate in der Schwerelosigkeit verbringen und im April 2022 zur Erde zurückkehren.

Es ist der erste Raumflug des 51-jährigen, der seit Juli 2015 Teil des ESA Astronautencorps ist und sich nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Grundausbildung als Astronaut auf seinen ersten Einsatz im All vorbereitet. Dazu gehörten unter anderem Trainingseinheiten im Astronautenzentrum der ESA in Köln, am Johnson Space Center der NASA in Houston/Texas, im SpaceX-Crew-Dragon-Cockpit in Kalifornien sowie bei den weiteren ISS Partnern in Russland, Japan und Kanada. Maurer ist promovierter Werkstoffwissenschaftler und stammt aus dem saarländischen St. Wendel. Er wird im All an mehr als 100 Experimenten teilhaben, welche zum Fortschritt für den Alltag im All, aber auch auf der Erde beitragen sollen.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist in vielfältiger Weise in die Mission eingebunden: Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR mit Sitz in Bonn ist für die Auswahl und Koordination der Experimente und Beiträge deutscher Universitäten und Hochschulen sowie aus der Industrie verantwortlich. Ebenso führen DLR-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler eigene Experimente durch. Das Columbus-Kontrollzentrum der ESA, beheimatet im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum des DLR in Oberpfaffenhofen, ist zuständig für die Planung und Durchführung der Experimente, die im europäischen Columbus-Modul auf der ISS stattfinden. Von hier aus gehen die Daten an die nationalen Zuständigkeiten sowie den Partnern aus der Industrie.

Matthias Maurers Mission bekam als eine Art Liebeserklärung ans Weltall den Namen "Cosmic-Kiss" - ebenso steht er für den Wert der partnerschaftlichen Erkundung des Weltraums und für den respektvollen und nachhaltigen Umgang mit unserem Heimatplaneten. Im Zentrum des Missionslogos befindet sich daher auch die ISS, die über einen menschlichen Herzschlag mit der Erde und dem Mond verbunden ist. Der Herzschlag soll die Leidenschaft und Neugier symbolisieren, die die Menschen bei der Erforschung des Weltalls antreibt, sowie die lebenswissenschaftlichen Experimente, die die Raumstation ermöglicht.

Für das Logo hat sich Matthias Maurer von der Himmelsscheibe von Nebra (die älteste bekannte Darstellung des Nachthimmels) und den Datenträgern der Raumsonden Pioneer und Voyager (mit dem gesammelten Wissen über die Menschheit) inspirieren lassen. Sie stehen für die Faszination der Menschheit für den Weltraum und den Wunsch, mehr über die Entstehung des Lebens und das Universum sowie unseren Platz darin zu erfahren. Das Emblem umfasst außerdem verschiedene kosmische Elemente wie die Erde, den Mond, die Sterngruppe der Plejaden (Siebengestirn) und den Mars.

Matthias Maurer ist einer von aktuell sieben aktiven Astronautinnen und Astronauten der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Mond und Mars haben für Maurer eine besondere Bedeutung. Vor dem Start des Missionstrainings im April 2020 war er als Projektleiter für die Entwicklung der zukünftigen ESA-Mondsimulationsanlage Luna, einem Gemeinschaftsprojekt von ESA und DLR, in Köln tätig. Außerdem hat er an mehreren geologischen Feldübungen im Zusammenhang mit der zukünftigen Monderkundung teilgenommen. 2016 war er Teil der Crew der NASA-Analog-Mission NEEMO 21. Dafür verbrachte er insgesamt 16 Tage unter Wasser und testete Erkundungsstrategien und Werkzeuge für zukünftige Mars-Missionen.

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