Donnerstag, 28.10.2021 01:17 Uhr

Die häufigsten Probleme von Tierärzten

Verantwortlicher Autor: David Hollerwöger Traun, 16.08.2021, 20:51 Uhr
Fachartikel: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 4478x gelesen
Tierrzt bei der Behandlung
Tierrzt bei der Behandlung  Bild: David Hollerwöger

Traun [ENA] Die häufigsten Probleme und Herausforderungen von Tierärzten im DACH-Raum Traumberuf Tierärztin/Tierarzt? Veterinärmedizin ist einer der beliebtesten Studiengänge in Deutschland, Österreich und der Schweiz, doch schon nach Abschluss des Studiums zeigt sich häufig die Realität.

Wer gedacht hat, sich nur darum kümmern zu können, dass die Tiere untersucht und behandelt werden, dem werden schnell die Augen geöffnet. Lange Arbeitsstunden, wenig Freizeit und schlecht bezahlte Gehälter sind nur einige der Probleme, mit denen Tierärzte zu kämpfen haben. Neben dem Tier müssen sich die Ärzte nämlich auch noch um ihre Besitzer kümmern. Die Patientenbesitzer wollen über alles genauestens informiert werden, ausführlich über die besten Behandlungsmethoden beraten werden und immer an der Seite ihrer Tiere bleiben, natürlich auch im OP. Doch das sind noch lange nicht alle Tierarzt Probleme.

Arbeitszeiten und Arbeitsbelastung

Geregelte Arbeitszeiten von 9 bis 17 Uhr und freie Wochenenden sind für die meisten Tierärzte ein weit entfernter Traum. Nicht selten stehen sie mehr als 12 Stunden täglich in den Tierarztpraxen und 41 % der Befragten gaben an, dass die teilweise langen Arbeitszeiten über die Sprechstunde hinaus und das vergleichsweise geringe Einkommen oft zu Unzufriedenheiten führen. Der durchschnittliche Bruttoverdienst von niedergelassenen Tierärzten liegt bei 22,50€ die Stunde und angestellte Tierärzte verdienen nur 13,50€ pro Stunde.

Als weiteres Problem gaben 31 % an, dass immer mehr tierärztliche Kliniken ihren Klinikstatus zurückziehen, damit sie keine Bereitschaftsdienste mehr übernehmen müssen. Das führt dazu, dass die Notfälle in den Aufgabenbereich von selbstständig arbeitenden Tierärzten fallen. Diese wiederum können ihre Angestellten in diesen umsatzarmen Zeiten nicht einsetzen und müssen die extra Schichten auch noch übernehmen. Außerdem wird bemängelt, dass viele große Tierarztpraxen gern die lukrativen Notdienstzeiten bis 22 Uhr übernehmen, doch in der Nacht das Problem auf den Tierarzt “abgewälzt” wird.

27 % der Umfrageteilnehmer gaben an, dass ihre durchschnittliche Wochenarbeitszeit mindestens 50 Stunden beträgt, womit die Tierärzte länger arbeiten, als es gesetzlich eigentlich erlaubt ist. Auf Nachfrage wurde deutlich, dass diese Mehrarbeit von den meisten Ärztinnen und Ärzten im Grunde genommen gerne geleistet wir. Dennoch ist die zeitliche Belastung erheblich und teilweise sehr kräftezehrend.

Betriebswirtschaftliche Situation

67 % der Befragten gaben an, dass sie mit der betriebswirtschaftlichen Situation in der Tierarztpraxis nicht zufrieden sind. Obwohl viele Tierärzte oftmals mehr als 12 Stunden täglich arbeiten, bleibt am Monatsende vergleichsweise wenig Gehalt übrig. Zuerst einmal müssen teilweise hohe Fixkosten wie Praxisräume, Personal und Betriebskosten abgedeckt werden, bevor etwas erwirtschaftet wird. Zudem muss immer mit dem Ausfall wichtiger medizinischer Geräte gerechnet werden, was in einer Tierarztpraxis schnell in den fünfstelligen Bereich gehen kann. Des Weiteren sehen die Umfrageteilnehmer den tatsächlichen Stundensatz als zu wenig an und nur 33 % der Befragten gaben an, dass sich die Arbeitszeit und der Verdienst in der Waage halten würden.

Personalgewinnung

Auch die Personalgewinnung wird für Tierärzte eine immer größer werdende Herausforderung. Ganze 56 % der Umfrageteilnehmer gaben an, dass qualifiziertes Fachpersonal, welches mit viel Engagement und Herzblut arbeitet, immer schwieriger zu finden sei. 44 % glauben sogar, dass es in der Zukunft ein großes Problem darstellen wird, kompetente Mitarbeiter zu finden und es die Tiermedizin auch stark verändern könnte.

Verantwortung

Tierärzte tragen eine enorme Verantwortung, die die meisten Tierbesitzer unterschätzen. Die Ärzte müssen gewissenhafte Untersuchungen durchführen, die richtige Diagnose stellen und über die erforderlichen Behandlungen aufklären. Außerdem müssen sie die Besitzer über Alternativen informieren und ihnen auch mögliche Risiken mitteilen. Anschließend kümmert sich der Tierarzt auch um die Kontrolle und Nachsorge. Da auch die Ansprüche der Patientenbesitzer immer weiter ansteigen, werden die Tierärzte einem immer größer werdenden Druck ausgesetzt. 90 % aller Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie ihre Entscheidungen immer wieder hinterfragen und sich ständig überlegen, ob sie alles richtig gemacht haben.

Kundengewinnung

In Zeiten des Internets wird es immer wichtiger, sich den Bedingungen anzupassen und gerade beim Thema Kundengewinnung müssen Tierärzte heute noch aktiver werden als vor ein paar Jahren. Damals war eine Mund-zu-Mund Propaganda das wichtigste Mittel, um Kunden zu gewinnen und sie auch zu halten. Doch heute reicht das nicht mehr aus und 52 % der Umfrageteilnehmer nutzen mittlerweile Social Media Plattformen wie Facebook, um ihre Praxen mehr publik zu machen. Aber auch andere soziale Medien wie Instagram, LinkedIn und YouTube werden von vielen Tierärzten genutzt, um ihre Kunden noch besser erreichen zu können.

Gestiegene Ansprüche

Die in den letzten Jahren gestiegenen Ansprüche an die Tiermediziner verursachen oft zusätzlichen Stress, Zeit- und Leistungsdruck. 64 % der Befragten sagen, dass Tierärzte nach dem Studium davon ausgehen, sich hauptsächlich der medizinischen Behandlung von Tieren zu widmen. Doch auch der Umgang mit den Tierbesitzern gehört zum Alltag einer Tierarztpraxis dazu und die Ärzte müssen sich immer bessere Strategien überlegen, um neue Kunden zu gewinnen und diese auch dauerhaft halten zu können. Dafür muss man unter Umständen auch eine ständige Erreichbarkeit garantieren, falls es zu Notfällen kommt. Dadurch haben die meisten Tierärzte wenig Privatleben und sind rund um die Uhr mit der Praxis beschäftigt.

Und 36 % der Umfrageteilnehmer meinen, dass die Ansprüche an tierärztliche Leistungen durch die neuesten medizinische Fortschritte immer mehr ansteigen. Die Patientenbesitzer erwarten dadurch einen noch besseren Service und noch mehr Leistungen, denen die Tierärzte kaum gerecht werden können. Außerdem lassen sich immer mehr “alternative” Mediziner nieder, die keine tierärztliche Ausbildung benötigen und preisgünstige Alternativen anbieten. Neue Kundengewinnung gestaltet sich auch immer schwieriger, da sich die Besitzer im Vorfeld über diverse Bewertungsportale schon ein Bild vom Tierarzt machen, ohne je in der Praxis gewesen zu sein.

Schwierige Patientenbesitzer

Ein “normaler” Tierbesitzer kommt in die Tierarztpraxis, weil sein Haustier krank ist oder eine Impfung braucht. Die Besitzer sorgen sich um ihre Tiere und wollen nur das beste für ihre Lieblinge. Sie lassen sich anständig beraten und den Tierarzt seine Arbeit tun, ohne ihm zu misstrauen. Anschließend zahlen sie ohne Diskussionen und Verzögerungen ihre Rechnung und bleiben dem Tierarzt auch weiterhin treu. Doch leider sieht die Realität nicht immer so aus und etwa 80 % aller im Praxisalltag auftretenden Probleme werden hauptsächlich von schwierigen Tierbesitzern verursacht. Welches die häufigsten Probleme mit Besitzern sind, zeigen die Ergebnisse der Umfrage zum Thema schwierige Patientenbesitzer.

1. Die Tierbesitzer wollen ein Rundum-Sorglos-Paket. Am besten kostenlos...: 25 % der Befragten gaben an, dass die Patientenbesitzer stets eine perfekte Leistung von den Tierärzten erwarten. Sie verlangen, dass die Ärzte 24 Stunden lang, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr für die Besitzer zur Verfügung stehen, inklusive telefonischer Beratung und das im besten Fall alles kostenlos. Zudem sollen die Tierärzte immer nett und gut gelaunt sein, egal wie oft und viel der Kunde noch nachfragt oder etwas erklärt haben möchte. Auch haben die meisten Tierbesitzer wenig Respekt vor dem Privatleben der Tierärzte und suchen sie sogar an den Wochenenden zu Hause auf, da die Praxis ja geschlossen ist.

2. Enormer Druck durch soziale Medien: 21 % der Umfrageteilnehmer fühlen sich durch soziale Medien und Google-Bewertungen unter immensen Druck gesetzt. Wenn der Tierarzt wegen Überlastung keine neuen Patienten aufnehmen kann oder die Wartezeiten länger als gewohnt ausfallen, wird das heute schnell negativ in den sozialen Medien veröffentlicht und eine schlechte Google-Bewertung abgegeben. Eine der häufigsten negativen Bewertung kommt auch zustande, wenn die Behandlungskosten höher ausgefallen sind als erwartet oder die Tierbesitzer der Meinung sind, dass unnötige Maßnahmen getroffen worden sind.

Neue Kunden recherchieren im Internet nach verfügbaren Tierärzten, und wenn eine Praxis bereits eine negative Bewertung bekommen hat, wird dieser Tiermediziner gleich schon aussortiert, vollkommen unabhängidg davon, wie diese Bewertung zu Stande kam. Zusätzlich informieren sich die Patientenbesitzer im Vorfeld schon über die Behandlungspreise und sortieren nach den günstigsten Tierärzten aus.

3. Nicht bezahlte Rechnungen: Als weiteres Problem sehen es 19 % der Befragten, dass die meisten Patientenbesitzer zahlungsunwillig oder sogar zahlungsunfähig sind. Sind die Besitzer nicht damit einverstanden, dass weitere notwendige Maßnahmen mit abgerechnet wurden, verweigern sie einfach die Zahlungen. Dieser nachträglich entstehende Stress ist für die Tierärzte eine besondere Belastung, da sie ihre Zeit und Nerven in die Patienten investiert haben und in vielen Fällen dann auf den Rechnungen sitzen bleiben. Die meisten negativen Google-Bewertungen kommen auch von zahlungsunfähigen Patientenbesitzern.

4. Misstrauische Tierbesitzer: Aufgrund vergangener schlechter Erfahrungen sind die Tierbesitzer sehr misstrauisch dem Tierarzt gegenüber und erstellen häufig schon Selbstdiagnosen, die dann durch den Arzt therapiert werden sollen. Viele schwierige Patientenbesitzer sind extrem ängstlich und nervös und wollen auch jede Aussage des Tierarztes mit ihm diskutieren. Das macht die Behandlungen immer zeitaufwendiger und kostet den Tierarzt viele Nerven. Nach dem Tierarztbesuch recherchieren die Besitzer dann im Internet und stellen die durchgeführten Untersuchungen und die Diagnose des Arztes in Frage und wollen die empfohlene Behandlung nicht durchführen und es liegt dann an dem Tierarzt zu versuchen, die Besitzer umzustimmen.

5. Mehr Ärger mit schwierigen Patientenbesitzern: 19 % der Befragten sagen, dass schwierige Kunden mehr Aufregung und Ärger verursachen und somit das Arbeitsklima in der Praxis negativ beeinflussen. Durch die vielen Diskussionen beanspruchen die Besitzer viel mehr Zeit als üblich und beeinträchtigen die Funktionalität des Teams. Die meisten der schwierigen Patientenbesitzer sind absolut uneinsichtig und wollen ihre Meinung durchsetzen, koste es, was es wolle. Viele Tierärzte berichten auch, dass tätliche Angriffe auf Kollegen und Ärzte zugenommen haben. Statistiken belegen zudem, dass die Zahl dieser schwierigen Kunden in den letzten Jahren enorm gestiegen ist und heute sogar den Großteil der Kunden ausmachen.

6. Die Tierbesitzer kennen die Krankheitsgeschichte ihrer Tiere nicht: 16 % der Befragten empfinden es als Problem, dass die meisten Patientenbesitzer die Krankheitsgeschichte ihrer Tiere nicht kennen. Beim ohnehin schon stressigen Arbeitsalltag kostet dies viel mehr Zeit und Aufwand, wenn die medizinische Vorgeschichte erst noch recherchiert werden muss. Auch die Bereitschaft eines Patientenbesitzers, sich an einen Tierarzt zu binden und dessen Leistung regelmäßig in Anspruch zu nehmen, ist bedeutend gesunken. Den meisten Besitzern fehlt heute oft das Grundvertrauen und die Treue zu einer Tierarztpraxis, wodurch sich neue Kundengewinnung sehr schwierig gestaltet.

7. Die Patientenbesitzer googeln nach den Symptomen der Tiere: Ein großes Problem von Tierärzten sind auch Tierbesitzer, die im Vorfeld schon die Symptome ihrer Tiere gegoogelt haben und bestens über alles Bescheid wissen. Diese Besitzer dann vom Gegenteil zu überzeugen und ihnen die wahre Problematik zu schildern, kostet viel Nerven und Zeit, da die meisten schwierigen Kunden uneinsichtig sind und meinen alles besser zu wissen. Dieser zusätzlich entstandene Stressfaktor kann schnell zu einer psychischen Belastung führen und das Risiko, an einem Burnout zu erkranken, steigt enorm an.

8. Notdienste werden als Sprechstunde genutzt Viele Tierärztinnen und Tierärzte beklagen auch, dass die Notdienstzeiten häufig zu Unrecht von den Patientenbesitzern in Anspruch genommen werden. 60 % der Behandlungsfälle während des Notdienstes sind eigentlich gar keine Notfälle und hätten Zeit bis zu den normalen Sprechstundenzeiten. Häufig werden diese sogenannten Notfälle schlicht und ergreifend einfach erfunden.

Fazit:

Sieht man sich die Ergebnisse der Umfrage an, wird jedem schnell klar, dass die Tierärzte täglich mit einer Menge von Problemen und Herausforderungen zu kämpfen haben. Nicht nur, dass sie sich täglich um eine Vielzahl von Tieren zu kümmern haben, sie müssen die Tiere auch gründlich untersuchen, um die richtigen Diagnosen zu stellen, sie anschließend richtig behandeln und auch die Nachversorgung gewissenhaft durchführen. Dazu haben die Tierärzte oftmals sehr wenig Freizeit und auch extrem lange Arbeitstage, wodurch ihr Privatleben häufig auf der Strecke bleibt. Neben den Notdiensten an den Wochenenden müssen sie sich auch noch mit einem vergleichsweise niedrigem Einkommen zufriedengeben.

Die größten Probleme von Tierärzten sind jedoch die schwierigen Patientenbesitzer. Hier beklagen sich die meisten Umfrageteilnehmer über den zusätzlichen Stress und Ärger, den sie täglich mit den schwierigen Besitzern erleben. Um diese Probleme und Herausforderungen in den Griff zu bekommen, könnten sich die Tierärzte mehr damit beschäftigen, die richtigen Patientenbesitzer zu finden und diese auch dauerhaft zu halten. Würde es ihnen gelingen, zahlungskräftigere und qualifiziertere Patientenbesitzer für sich zu gewinnen, würden sich die meisten Probleme und Herausforderungen von allein auflösen.

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